3003
page-template-default,page,page-id-3003,page-child,parent-pageid-1994,wp-custom-logo,stockholm-core-2.3.1,qodef-qi--no-touch,qi-addons-for-elementor-1.9.5,select-theme-ver-8.9.1,ajax_fade,page_not_loaded,menu-animation-underline,popup-menu-fade,smooth_scroll,,qode_grid_1500,qode_menu_,wpb-js-composer js-comp-ver-6.7.0,vc_responsive,elementor-default,elementor-kit-1453,elementor-page elementor-page-3003

Die Geschichte der Fliese

Keramische Fliesen und ihre Dekore haben eine mehrere Jahrtausende alte Tradition. Vom Ursprung im Orient haben Fliesen sich ab dem 12. Jahrhundert in Europa verbreitet.

In der Steinzeit hat bereits die Menschheit getöpfert und schon lange vor der Geburt von Jesus Christus Böden mit Ziegelfliesen geschmückt. Das belegen jahrtausend alte Keramikfunde.

Die ältesten Fundstücke unglasierter und glasierter Ziegel deuten darauf hin, dass es wahrscheinlich Kunsthandwerker im Vorderen Orient und in Nordafrika waren, die als erste Menschen auf die zündende Idee kamen, aus den Zutaten Ton, Kaolin, Quarz und Feldspat flache Tonscherben zu brennen bzw. zu backen um damit die Böden und Wände von Tempeln und Palästen zu bekleiden.

Auch die alten Römer verstanden es gut, ihre Thermen, Badehäuser und Wohnräume mit einfachen Belägen bis hin zu beheizbaren Ziegelböden auszustatten.

Der ORIENT

Im Orient hat man schon in sehr früher Zeit, das heißt schon ca. 2000 v. Chr. die aus luftgetrockneten oder gebrannten Ziegeln erbauten Häuser mit Bodenbelägen aus Ziegelfliesen geschmückt.
Durch die Römer wurden keramische Fußböden nördlich der Alpen bekannt und fanden Verbreitung. Die Anwendungsbereiche gingen vom einfachen Belag in untergeordneten Räumen bis zu beheizbaren Bodenbelägen aus Ziegelfliesen in Wohnräumen und Thermen. Mit dem Untergang des römischen Reiches geriet der keramische Bodenbelag mehr und mehr in Vergessenheit.
Kalkmörtel- und Gipsestriche waren schon in römischer Zeit bekannt. Sie wurden später in der Regel statt keramischer Beläge in fränkische und karolingische Kirchen eingebracht. Diese Art Bodenbeläge hielt sich bis in das hohe Mittelalter.
Aus dem 12. und 13. Jahrhundert sind inkrustierte Estriche bekannt. Die Zeichnungen wurden in den erhärteten Estrich eingeritzt und die Vertiefungen mit eingefärbtem Mörtel gefüllt. Der vermutlich älteste Belag dieser Art liegt in der Benediktinerkirche von Helmstedt und stammt aus der Zeit um 1150.
Erst seit Begin des 12. Jahrhunderts fand die Keramik neben oder mit Naturstein Verwendung als Bodenbelag vor allem in Sakralräumen.
Die Verwendung von keramischem Material als Bodenbeläge ist in engem Zusammenhang mit den Kreuzzügen zu sehen, die kulturelle und wirtschaftliche Beziehungen zwischen Orient und Abendland brachten.
Über die heutigen Gebiete Frankreich vor allem aber England drang die neuerliche Verwendung von Fliesen durch Mönchs- und Ritterorden nach Deutschland.
Keramische Böden des hohen Mittelalters zeigen oft eine besondere Beziehung zum Orient. Als Ganzes ähneln sie neben- und übereinandergelegten orientalischen Teppichen.
Vielfältige Formate und Fliesen aus unterschiedlich farbig brennenden Tonsorten bilden Flächenmuster, die in der Regel auf Quadrat oder Kreis basieren.
Der Kreis spielte in Sakralräumen eine besondere Rolle. Ein schönes Beispiel für keramische Kreisornamente ist der Schmuckfußboden in der Pfarrkirche Sankt Pankratius in Königswinter – Oberpleis.
Der leicht verzogene quadratische, von einer Bordüre eingefasste, keramische ‚Teppich‘ zeigt durch Kreissysteme gebildet ein schematisches Kosmosbild.
Spezialisten in der Fertigung mittelalterlicher Fliesen arbeiteten vor allem in Frankreich und England.
Es gab eine Vielfalt von Dekorationsmöglichkeiten, zum Beispiel mittels Malhorn bemalte und ornamentierte Bodenfliesen. Die Relieffliese konnte mittels Negativmodel mit eingekerbtem Ornament im Gieß- und Pressverfahren hergestellt werden. Fliesen mit vertiefter Prägung wurden im Kerbschnitt- oder im Pressverfahren mit einem Stempel oder mehreren Stempeln gefertigt. Bei den inkrustierten Fliesen füllten die Keramiker die vertieft geprägten Motive mit andersfarbig brennendem Tonschlicker. Zum Teil wurden die vertieft geprägten Motive auch vom Verleger mit Mörtel verfüllt.
Von besonderer Bedeutung für die Ausbreitung keramischer Fußböden war der Orden der Zisterzienser.
Die Anzahl in situ liegender mittelalterlicher Fliesenböden ist nicht groß. Darstellungen von Fliesenbelägen auf Kirchenfenstern und Gemälden erweitern unsere Kenntnis ihrer Motive und Verwendung.

Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit. Ut elit tellus, luctus nec ullamcorper mattis, pulvinar dapibus leo.

Portugal

Portugal ist das Land in Europa, in dem es bei weitem die meisten Fliesenwandbekleidungen gab und man sie auch heute noch vielerorts findet. In neunzig Prozent der portugiesischen Kirchen, Kapellen und Klöster, in fünfundsiebzig Prozent der Herren- und Lusthäuser und an einigen tausend Fassaden – nicht nur auf der Halbinsel selbst, sondern auch auf den Inseln, den Azoren und Madeira – sind die Azulejos noch heute so erhalten, wie sie im Laufe der Jahrhunderte angebracht wurden. Auch jetzt noch nimmt die Azulejo-Kunst in Portugal einen der ersten Plätze ein, und man sagt, die Portugiesen könnten sie nicht entbehren.“

Orientalische Fliesenkunst

Zu einer regelrechten Blütezeit in der Geschichte der Fliese kam es im Vorderen Orient, nachdem Mohammed (um 570–632 n. Chr.) die Religion des Islam begründet hatte. Da der Glaube bildliche Darstellungen religiösen Inhalts verbot, konzentrierte sich die islamische Keramikkunst auf das Ornament. In Persien reiften sämtliche Herstellungstechniken der Fliesendekoration zur Perfektion. Typisch für die persischen Wandfliesen ist das leuchtende Türkis mit geometrischen Mustern. Mit der Ausbreitung des Islam durch den Einfall der Mauren auf die Iberische Halbinsel und nicht zuletzt aufgrund der aufkommenden Handelsbeziehungen zwischen Abend- und Morgenland erreichte die kunstvolle orientalische Keramik dann auch Europa: Die Spanier übernahmen die Techniken der Araber und legten mit ihren „Azujelos“ (abgeleitet vom arabischen Al Zulaij = kleiner polierter Stein) den Grundstein für die europäische Fliesenkunst. Bald bezog der gesamte Mittelmeerraum Fliesen in hervorragender Qualität aus den Werkstätten von Valencia, Manises und Paterna. Die kleine Insel Mallorca wurde wichtiger Umschlagplatz für die zu exportierende Keramik, worauf auch die Bezeichnung „Majolika“ für italienische Fayencefliesen zurückgehen mag. Italien war ein wichtiger Abnehmer der iberischen Keramik, wovon bis heute landauf, landab viele imposante Fliesenböden in Kirchen und Palästen zeugen.

Die Fliese in der modernen Zeit

Heutzutage sind Fliesen sowohl im Hausinneren als auch im Außenbereich nicht mehr wegzudenken. Aufgrund der vielfältigen Vorteile des Materials und den weitreichenden Möglichkeiten im Design gilt die Fliese als einer der beliebtesten Baustoffe, der nicht nur im Sanitärbereich, sondern immer öfter auch in klassischen Wohnräumen und für die Terrassengestaltung eingesetzt wird.

Mit ihrer langjährigen Tradition setzt die italienische Keramikindustrie nach wie vor Maßstäbe, was Design und Farbgestaltung für aktuelle Fliesenkollektionen betrifft. Beispielsweise ist die „Fayence“ Fliese, benannt nach der italienischen Stadt Faencea, auch heute noch mit ihren klassischen weiß-blauen Ornamenten sehr beliebt. Auf unserer Website finden Sie im Bereich Designs viele Beispiele für die Wohnraumgestaltung mit Fliesen und die neuesten Stilrichtungen, Farben und Formen.